Seidentofu (auch bekannt als weicher Tofu oder japanischer Tofu) ist ein pflanzliches Lebensmittel, das ausschließlich aus Sojabohnen und Wasser besteht und mit natürlichen Mineralsalzen geronnen wird. Im Gegensatz zu festem Tofu wird Seidentofu nicht gepresst oder abgetropft, was zu einem hohen Wassergehalt und einer glatten, cremigen Textur führt. Er wird häufig in Suppen, Saucen, Desserts, Smoothies und als Eiersatz beim Backen verwendet.
Der Herstellungsprozess von Seidentofu umfasst das Einweichen getrockneter Sojabohnen, das Mahlen mit Wasser zur Herstellung von Sojamilch, das Erhitzen der Sojamilch und das Hinzufügen eines Gerinnungsmittels. Die am häufigsten verwendeten Gerinnungsmittel sind Nigari (Magnesiumchlorid, aus Meerwasser gewonnen), Calciumsulfat (Gips, ein natürlich vorkommendes Mineral) und Glucono-delta-lacton (GDL, produziert durch Oxidation von Glucose). Alle diese Gerinnungsmittel sind mineralischen oder pflanzlichen Ursprungs und enthalten keine tierischen Produkte.
Aus islamischer Sicht wird Seidentofu von allen großen Schulen der islamischen Rechtswissenschaft einstimmig als HALAL eingestuft. Sheikh Faraz Rabbani von SeekersGuidance hat bestätigt, dass Tofu verzehrbar (halal) ist, da in seiner Zusammensetzung nichts enthalten ist, das ihn unzulässig machen würde. Die hanafitische, schafiitische, malikitische und hanbalitische Schule stimmen in dieser Rechtsauffassung überein, da Tofu ausschließlich aus pflanzlichen Zutaten hergestellt wird.
IslamQA hat ebenfalls bestätigt, dass ungewürzter Tofu halal ist, und darauf hingewiesen, dass es sich um ein zulässiges pflanzliches Lebensmittel handelt. Das Institut Darul Fiqh hat eine Rechtsauffassung erlassen, die besagt, dass Tofu zulässig ist, da seine Grundzutaten (Sojabohnen, Wasser und mineralische Gerinnungsmittel) alle halal sind. Große Halal-Zertifizierungsstellen weltweit, darunter JAKIM, MUI, MUIS und IFANCA, zertifizieren regelmäßig Tofuprodukte.
Muslime sollten bei gewürzten oder marinierten Tofusorten Vorsicht walten lassen, da diese nicht-halale Zusätze wie alkoholbasierte Aromen, tierische Gewürze oder nicht-halale Essige enthalten können. Eine Kreuzkontamination ist ebenfalls in Einrichtungen möglich, die sowohl Tofu als auch nicht-halale Produkte verarbeiten. Unveränderter Seidentofu in seiner Standardform ist jedoch eindeutig halal und wird Muslimen, die sich vegetarisch oder pflanzenbasiert ernähren, als halal-freundliche Proteinquelle weitgehend empfohlen.